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C O N T E N T
 
Rezensionen

Hier sind ein paar CD Rezensionen, die ich mal für CampusWeb.de geschrieben habe:

The Jai Alai Savant- Scarlett Johansson Why Don´t you Love Me

Warum die gute Scarlett die Indie Rock Band aus Chicage nicht liebt, kann wohl nicht vollständig geklärt werden. Freunde des Genres können sich jedoch über ein wenig frisches Blut, bzw. frische Sounds aus Übersee freuen.

The Jai Alai Savant Chicago (sprich Hailai Savant )sind ein Trio aus Chicago bestehend aus Ralph Darden – Gitarre & Gesang, Jeremy Gewertz – Schlagzeug und Nash Snyder –Bass.
Seit 2002 spielt die Gruppe mit dem etwas sperrigen Namen Indie Rock mit Drum´n´Bass Rhythmen und einem großzügigen Schuß Reggae. Die Band ist seit ihrer Gründung vor vier Jahren schon recht aktiv gewesen., tourten die Jungs mit The Gossip, The Flesh und Ted And The Pharmacists. Nur für eine eigene CD war bisher keine Zeit.
Die Platte mit dem Namen der amerikanischen Schauspielerin im Titel ist inhaltlich recht überschaubar und
enthält drei remasterte Demotracks der Band , sowie zwei Drum´n´Bass Nummer von Ralph Dardens Alteregeo DJ Major Taylor. Die Songs sind gutgelaunt und versprühen einen gewissen Spleen.
Bass und Rhythmussektion ergänzen sich gut und bieten eine stabile Unterlage für die Gitarre, die mal rockig, mal funky daherkommt. Der Gesang ist ehr in höheren Oktaven angesiedelt, bleibt aber unaufdringlich und ist stellenweise mit schönem Chor unterlegt.
Die Dub Nummern klingen schon stark nach Kellerproduktion, besonders „Mass Trapist Dub“ bekommt Sonderpunkte in der Trash-Sektion, da der Bass einfach gnadenlos übersteuert aufgenommen ist und manchem Tieftöner einiges abverlangt.
Der aktuelle Silberling ist eigentlich nur die leicht aufgemotzte Demo CD und ist die erste Veröffentlichung der Gruppe. Da es kein ausgewachsenes Album sein soll, seien auch die vorhandenen Schwächen hiermit verziehen.
Es ist nicht so, als ob The Jai Alai Savant musikalisch das Rad neu erfunden hätten, aber warten wir das erste richtige Album der Band ab, das für Februar 2007 angekündigt ist.

VÖ 20.10.2006 (City Slang/Rough Trade Distribution)





Tierra Negra- Mediterranean Guitar Lounge Vol. 1


Urlaub für die Ohren. Tierra Negra nehmen den Hörer mit auf eine Reise durch die sonnigen Landschaften Südeuropas.

Das Duo Tierra Negra bestehend aus den beiden Gitarristen Raughi Ebert und Leo Henrichs existiert seit 1997.
Die beiden spielen eine Musikrichtung, die sie als „Flamenco Nuevo“ bezeichnen.
Eigentlich, so möchte man meinen, eine Sache die ehr ein besonderes Interesse für diese spezielle Form von Musik voraussetzt, ist Flamenco sicherlich nicht als besonders massenkompatible Musikrichtung bekannt.
Tierra Negra beweisen jedoch, dass es auch anders geht und fokusieren sich auf die harmonischen Qualitäten gut gespielter, akustischer Gitarrenmusik.
Ergebnis sind ruhige Rhythmen und tragende Melodien, gepaart mit flinken, manchmal fast jazzig anmutende Melodieläufe. Die Nähe der beiden Musiker zum Flamenco und anderen südeuropäischen Musikstielen bleibt jederzeit offensichtlich spürbar.
Mediterranean Guitar Lounge Vol. 1 ist eine Compilation von bereits erschienenen Stücken, jedoch wurden auch vier neue Tracks auf die Scheibe gepackt.
Im Vordergrund der Stücke steht jeweils das lockere, harmonische Spiel der beiden Gitarren. Getragen von dezentem Bass und vereinzelten, sphärischen Sythie Klangen ergibt sich eine interessante musikalische Melange, die stets dezent und angenehm unaufdringlich und gleichzeitig doch belebend wirkt.
Es ist keine Musik, um bei der nächsten Party die Massen in Ekstase zu treiben, sondern etwas zum Zurücklehnen, Entspannen und die Seele baumeln lassen.
Gerade für den kommenden Monate wärmsten zu empfehlen: Höhensonne einschalten, Tierra Negra einlegen und dem deutschen Winter für ein paar Augenblicke entfliehen.


VÖ 10.10.2006 (Tierra Negra Records )




Amon Amarth- With Oden On Our Side

A furore normanorum, libera nos Domine! („Herr bewahre uns vor der Raserei der Nordmannen!&ldquo

Der Wortlaut des nicht beliebten, aber dennoch häufig gebrauchten Gebetes aus dem 9. Jahrhundert scheint heute wieder, jedenfalls für die musikalische Welt ,eine neue Bedeutung zu bekommen, denn die Nordmänner von Amon Amarth haben mit ihrem neuesten Werk „With Oden On Our Side“ göttlichen Beistand vom Chef persönlich und ihren Erfolgsserie scheint kein Ende nehmen zu wollen.
Es ist ein sehr gutes Jahr für die Death Metal Band aus Stockholm. Nach dem Erfolg der Live DVD Box „Wrath Of The Norsemen“ und dem furiosen Auftritt auf dem diesjährigen Wacken Open Air, wo die Band gleich eine ganze Schaukampftruppe aus Schweden mit im Gepäck hatte, die die Bühne in ein Schlachtfeld verwandelte, findet sich im neusten Machwerk nun der absolute Kulminationspunkt.
Stilistisch ist die Platte nah am Vorgängeralbum „Fate Of Norns“ angelegt, so finden sich primär Nummern in Midtempo Bereich, aber auch ein paar schnellere Tracks.
Dabei ist der Sound ungleich besser- ist wie gewohnt fett, brachial aber auffallend klar und wirkt im Vergleich zu den „Norns“ hochwertiger. Die treibenden Doublebass-Rhythmen und die klaren Melodieläufe vereinen sich gekonnt und gehen direkt ins Ohr.
Die Songs sind, wie sollte es auch anders sein, in der klassischen Thematik der nordischen Mythologie und „Wikingerromantik“ verwurzelt und für wen der Opener „Valhall Awaits Me“ Fragen offen lässt, der hat es beim schnellen „Gods of War Arise“, allerspätestens jedoch beim Brecher „Cry Of The Black Birds“ kapiert:
Hätten die Wikinger I-Pods gehabt, dann hätten sie bei ihren Plündertouren an den europäischen Küsten mit großer Wahrscheinlichkeit am liebsten Amon Amarth gehört.

28.11.2006 in Köln Live Music Hall

VÖ 25.9.2006 (Metal Blade Records).



Iron Maiden – A Matter Of Life And Death

Mit der aktuellen CD bringen Iron Maiden nun das 14. Studioalbum des britischen Heavy Metal Schlachtschiffes in die Regale und setzen dem geneigten Hörer recht schwere Kost vor.

Iron Maiden waren während ihrer gesamten Karriere immer gut für Überraschungen und konnten unter Fans stets für Verwunderung sorgen, im positiven sowie im negativen Sinne.
Da wundert es nicht, dass sich auch über dem neuen Machwerk sicherlich die Geister scheiden werden, folgt.
es den ehr progressiven Weg, den die Band seit dem Album Dance Of Death eingeschlagen hat.
Das Songwriting, ist recht komplex, der ein oder andere mag es fast schon sperrig empfinden.
Dennoch gibt es große Momente auf der Platte. Tragende, melodische und orchestral anmutende Passagen fließen nahtlos in hochenergetische, temporeiche Teile über.
Thematisch sind einige Stücke schon ganz schöne Kaliber; wird in dem knapp neunminütigen Koloss „Brighter Than A Thousand Suns“ nichts anderes als der Abwurf der Atombombe über Hiroshima und dessen moralische Bedeutung thematisiert.
Mit „The Pilgrim“ und „For The Greater Good Of God“ wird auch vor religiösen Themen kein Halt gemacht.
Musikalisch ist die Band in Topform; vor Bruce Dickinsons Gesang muß man einfach den Hut ziehen und die Gitarrensoli sind unwiederstehlich, vor allem die mehrstimmigen haben Gänsehautpotential.
Das Comeback-Album Brave New World von 2000 setzte Maßstäbe und wird wohl unerreicht bleiben, da muß sich keiner was vormachen. Fairerweise muß die Frage erlaubt sein, ob das nicht auch gut so ist:
Die Band entwickelt sich, auch nach all den Jahren konstant weiter und reitet nicht auf alten Heldentaten herum, wie es anderer Vertreter der Zunft gerne tun.
A Matter Of Life And Death ist ein gutes, vielseitiges und sehr erwachsenes Album, jedoch braucht es ein wenig Zeit und Muße, bis man den Zugang zu diesem Werk findet.


VÖ 25.8.2006 (EMI)


19.3.07 15:42
 


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